Der persönliche Respekt – Basis für eine faire körpersprachliche Kommunikation

Wir können von niemanden besser lernen, wie eine respektvolle Beziehung zu Hunden aufgebaut werden kann, als von souveränen Hunden.

Ein souveräner Hund fordert von einem Hund mit einem niedrigeren Status Raum ein und nimmt diese raumfordernden Verhaltensweisen zurück, wenn sein Status respektiert wird. Dabei fordert ein souveräner Hund den Raum nicht aus Schikane ein, sondern stellt dadurch ein entspanntes Zusammenleben sicher. Dieses Verhalten macht somit Sinn, wenn Hunde dauerhaft zusammen leben sollen und wie gesagt, der raumfordernde Hund wirklich in seinem Verhalten souverän ist. Treffen Hunde auf einem Spaziergang zusammen, ist es jedoch die Aufgabe des Halters, ein “King-Kong”-Verhalten des eigenen Hundes zu unterbinden. Zu diesem Thema wird es aber noch einen anderen Artikel geben.

In dem Video kann man klar erkennen das die Althündin, bevor sie Nähe zulässt, zunächst ein respektvolles Verhalten von dem Welpen einfordert. Der Welpe reagiert absolut respektvoll auf das raumfordernde Verhalten, weshalb die Althündin den Druck sofort rausnimmt.
Im zweiten Teil des Videos sieht man, dass grobe „Ansagen“ gar nicht nötig sind und Grenzen absolut fein gesteckt werden können, wenn zuvor Respekt erfolgreich eingefordert wurde. Die Althündin hat es nun gar nicht mehr nötig viel Druck auszuüben und ihre feinen Abbruchsignale, als der Welpe an ihrer Rute zieht, werden sofort von dem Welpen akzeptiert.

Doch was bedeutet das für uns und unser Zusammenleben mit dem Hund?

Wenn wir dem Hund in seiner Sprache begegnen wollen, beinhaltet dies deshalb auch immer am persönlichen Respekt zu arbeiten. Denn ein raumforderndes Verhalten ist erst dann dem Hund gegenüber fair, wenn der Halter auch den dazu passenden inneren souveränen Status einnehmen kann und ein Verständnis über die Nähe- und Distanzbereiche hat. Ein Hund kann seinen Halter erst dann Vertrauen und ihm freiwillig folgen, wenn dieser auch selbst in seinen Handlungen souverän ist und den persönlichen Respekt des Hundes erarbeitet hat.

Akzeptanz von “Ansagen”

Nur dann ist es auch möglich, einem Hund eine „Aufgabe“ abzunehmen bzw. unerwünschte Verhaltensweisen des Hundes mit einer feinen Kommunikation und ohne viel Druck abzubrechen. Denn nicht jeder Hund kann beispielsweise souverän und gelassen mit distanzlosen Hunden umgehen und braucht das meiner Meinung auch nicht, denn die Aufgabe eines verantwortungsbewussten Hundehalters sollte darin liegen, dem Hund Aufgaben abzunehmen, mit denen er überfordert ist bzw. die das Zusammenleben stressen. Somit gilt es bei „Problemverhaltensweisen“ auch einmal danach zu schauen, inwieweit der Hund auch die Orientierung und Führung von seinem Halter bekommt, die es ihm ermöglichen die Aufgaben an den Halter zu übergeben. Um dieses Ziel erreichen zu können, gilt es nicht nur an den alltäglichen Grenzen zu arbeiten, sondern auch am eigenen inneren Status und der körpersprachlichen Kommunikation mit Hunden zu arbeiten.