Die Sache mit dem Respekt

Ich höre häufig den Satz „Mein Hund respektiert mich einfach nicht“. Diese Feststellung frustriert die meisten Kunden, weil sie nicht nachvollziehen können, warum das so ist. Dabei wird der vertikale Respekt mit dem horizontalen Respekt verwechselt, wodurch der Hundehalter an der Bindung, die der Hund zu ihm hat zweifelt. Jedoch hat der vertikale Respekt nichts mit der Bindung zu tun, weshalb ich in diesem Artikel auf die beiden Respektarten eingehen werde.

Horizontaler Respekt drückt sich darin aus, dass man dem Gegenüber eine generelle Achtung bzw. Wertschätzung entgegen bringt. Das ist etwas, dass wir von unserer Umwelt einfordern können – egal ob wir in einem Bereich Experte sind oder nicht. Wenn wir vom Hund erwarten, dass er unsere Entscheidungen nicht in Frage stellt, dann sprechen wir aber vom vertikalen Respekt. Den vertikalen Respekt können wir aber nur erarbeiten, indem wir in einem Gebiet über Kompetenzen verfügen. Oft steht uns unsere Art zu kommunizieren im Weg, damit der Hund unsere Entscheidungen auch verstehen kann. Aus meiner Sicht liegen somit oft Kommunikationsprobleme vor, wenn es zu “Diskussionen” zwischen Mensch und Hund kommt. Den denn vertikalen Respekt muss man sich verdienen und ich verstehe dies als eine Beziehungsarbeit, die über mehrere Stufen verläuft. Dabei ist ein einmal gewonnener Respekt kein „Langzeit-Ticket“. Lässt die „Leistung“ nach, schwindet auch der Respekt. Ein Leittier, das verletzt ist, verliert seine Position als Entscheidungsträger. So ist die Natur.

Es ist ein Weg, den es zu beschreiten gilt, wenn wir uns auf das Wesen „Hund“ einlassen und Entscheidungsträger werden wollen. Wir handeln und denken nicht wie Hunde, nur weil wir einmal ein Seminar besucht oder ein paar Einzelstunden bei einem erfahrenen Trainer genommen haben. Kein Hund kann einem Menschen, der denkt und handelt wie ein Mensch, wirklich seinen (vertikalen) Respekt zollen. Dazu müssen wir Menschen erst einmal viel „hündisch“ lernen und nicht nur Wissen erwerben. Wir müssen dem Hund Antworten geben können – in seiner Sprache. Uns also auch annähernd so verhalten, wie es ein Leittier tun würde. Um dies zu lernen ist es entscheidend, wie man mit dem Feedback des Hundes umgeht. Wenn er uns also nicht respektiert, können wir das mit Fassung tragen -weil wir eben Menschen sind – und können an uns arbeiten.

Für den Hund zu einer Leitfigur zu werden, bedarf einer Entwicklung und das Feedback des Hundes macht es uns erst möglich, uns zu verbessern. Dabei „benoten“ die Hunde nicht unser Wesen, sondern geben lediglich Rückmeldung zu unserer inneren Haltung, Präsenz und unserem Verhalten. Hunde sehen unsere Schwachpunkte viel klarer, als wir das tun. Und hündisch können wir nun mal nur vom Hund lernen. Es liegt an uns, ob wir seine Rückmeldungen respektieren und an uns arbeiten, oder die im Zusammenleben mit dem Hund auftretenden Probleme auf den Hund schieben.

In meinen Seminaren lernen Sie, was Ihr Hund von Ihnen erwartet, damit er Ihre Entscheidungen auch respektieren kann. Sie werden Ihren Hund als Coach und Feedbackgeber erleben.


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