Es geht nicht nur um Grenzen!

Die Mensch-Hund-Beziehung ist ein spannendes und vielschichtiges Thema. Doch häufig wird bei der Arbeit an der Mensch-Hund-Beziehung die Komplexität nicht beachtet und nur an einer Stellschraube gedreht, indem dem Hund lediglich mehr Grenzen gesetzt werden. Meiner Erfahrung nach führt dies aber nicht zu der entspannten Mensch-Hund-Beziehung, die wir uns doch alle wünschen. Es reicht oft nicht aus, dem Hund lediglich mehr Grenzen zu setzen, denn das alleine ändert nicht zwangsläufig etwas am inneren Status des Halters.

Stellschraube „innerer Status“

Der innere Status ist die wichtigste Stellschraube wenn es um die Mensch-Hund-Beziehung geht, die in der herkömmlichen Arbeit mit Mensch und Hund jedoch oft kaum Beachtung findet. Der innere Status gründet darauf, inwiefern wir uns selbst für wichtig und respektwürdig erachten. Unsere inneren tiefen Überzeugungen haben dabei einen nicht unerheblichen Einfluss auf den inneren Status und unseren Selbstwert. Sind wir beispielsweise innerlich davon tief überzeugt, dass das Leben kein Zuckerschlecken ist, wird man mit einem tieferen inneren Status durch das Leben gehen, wie wenn man davon überzeugt ist, ein Glückskind zu sein. Und diese innere Überzeugung wirkt sich erheblich auf den Hund aus. Nicht nur unser persönlicher Stress wirkt sich auf den Hund aus, ein Hund folgt keinem Menschen freiwillig, der nicht gut aufgestellt ist. Hunde würden genauso wenig einem total gestressten und unsicheren Hund freiwillig folgen, wie sie einem unsicheren Menschen freiwillig folgen. Deshalb gilt es auch die eigene „Persönlichkeit“ – den eigenen Selbstwert – bei der Beziehungsneugestaltung zu beachten und ebenso an dieser Stellschraube zu drehen und an sich selbst wie an den Grenzsetzungen zu arbeiten.

Stellschraube „körpersprachliche Kommunikation“

Damit Grenzen für den Hund klar und verständlich sind, gilt es dem Hund in seiner Sprache zu begegnen. Dies ist die dritte Stellschraube: die direkte körpersprachliche Kommunikation mit dem Hund. Nur wenn wir in der Lage sind klar mit dem Hund zu kommunizieren und wir ihm in seiner Sprache begegnen können, ist eine „Abstimmung“ über die Aufgaben die wir übernehmen erst möglich. Dabei besteht für mich der Bereich der körpersprachlichen Kommunikation nicht daraus, den Hund „blind“ zu begrenzen. Mit einer „blinden“ Begrenzung meine ich körpersprachlich Druck auf den Hund auszuüben, ohne ein tiefes Verständnis der raumfordernden Kommunikation unter Hunden zu haben. Hunde klären Ihre Beziehungen über Nähe und Distanz. Wir Menschen vermischen diese Bereiche jedoch oft aus unseren eigenen Bedürfnissen heraus, weshalb es oft zu Missverständnissen kommt.

Coaching statt Training

Die Mensch-Hund-Beziehung umzugestalten sollte deshalb als Prozess verstanden werden, in dem also mehrere Faktoren berücksichtigt werden sollten. Wir können nur dann bestimmte Bereiche für den Hund regeln, mit denen er überfordert ist oder die ansonsten (wenn der Hund sie regelt) einem entspannten Miteinander im Weg stehen, wenn dabei nicht nur an einer Stellschraube gedreht wird und beispielsweise nur mehr Regeln im Zusammenleben mit dem Hund aufgestellt werden. Denn die Beziehungsumgestaltung fängt bei uns persönlich an.

Zu allen drei Bereichen biete ich Seminare an. Weitere Informationen zu den Seminaren gibt es hier.